Hegegemeinschaft „Wolf der Insel Rügen und Hiddensee“ gegründet


Die Wiederkehr des Wolfs auf den Inseln Rügen und Hiddensee in den vergangenen Jahren, die damit verbundenen Herausforderungen für alle landschaftsgebundenen Nutzungen sowie die mitunter emotional und kontrovers geführten Debatten zum Umgang mit dem Wolf in unserem Kulturland erfordern eine sachlich überzeugende, fachlich fundierte sowie wildbiologische und sozioökologische Auseinandersetzung mit dem Wolf.

Durch die naturräumlichen Faktoren des Lebensraums wurde die Hegegemeinschaft „Wolf der Insel Rügen und Hiddensee“ Anfang Februar 2026 gegründet. Ziel ist es, eine verlässliche, dem Lebensraum und der Art entsprechende Grundlage für ein Wolfsmanagement zu schaffen, dass das Lebensraum-Konfliktpotenzial berücksichtigt. Dieses Lebensraum-Konfliktpotenzial bildet die Basis für ein Management, dass auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, wildbiologischen Grundlagen sowie den gesellschaftlichen Zielen der Region beruhen sollte.

Die Hegegemeinschaft im Sinne des Bundesjagdgesetzes (BJG) wird gegenüber Behörden, Landnutzern sowie der Politik Empfehlungen für die Inseln Rügen und Hiddensee ausarbeiten, die auf wildbiologischen, sozioökologischen und sozioökonomischen Daten und Analysen aufbauen.

Das Erfordernis und die Notwendigkeit der Gründung der Hegegemeinschaft stützen sich auf die Daten des laufenden Wolfsmonitorings sowie auf Gespräche mit verschiedenen Akteuren und Interessenverbänden aus den Bereichen Landwirtschaft, Tourismus, Natur- und Artenschutz, kommunale Politik und weitere Akteure.

Im Zuge der Vorstands- und erweiterten Vorstandsitzung des Jagdverbandes Rügen und Hiddensee am 03. Februar 2025 wurde vereinbart, dass die Hegegemeinschaft „Wolf“ u. a. mit Daten aus dem seit Jahren laufenden Wolfsmonitoring, Ergebnissen der laufenden wildtierökologischen Forschungen, der Lebensraumpotenzialanalyse u. a. sowie fachlich als regional akzeptierte und arbeitende Umwelt- und Naturschutzvereinigung* unterstützt wird.

Bedingt durch die geringen finanziellen Ressourcen der neu gegründeten Hegegemeinschaft prüft der Jagdverband Rügen und Hiddensee, ob er als Träger – neben den oben genannten Akteuren, Interessenverbänden und Wildbiologen, Raumplanern sowie Arten- und Naturschützern – für die wissenschaftliche Erstellung der Lebensraum-Konfliktpotenzialanalyse fungieren kann, um der Hegegemeinschaft zeitnah eine Grundlage für die Formulierung von Empfehlungen zu geben.

Sofern es gelingt, bis Ende April 2026 finanzielle und wissensbasierte Unterstützungen für eine Anfangsbefähigung bereitzustellen, wären erste fundierte Impulse der Hegegemeinschaft bis Ende 2026 greifbar.

Mit der Gründung der Hegegemeinschaft „Wolf“ ist erstmals Verantwortung für unsere Heimat und den Lebensraum des Wolfes proaktiv übernommen worden. Die Hegegemeinschaft lädt alle Akteure ein, die die Landschaft auf den Inseln nutzen, sich fachlich und wissensbasiert einzubringen. Gleichzeitig wird von politischen Entscheidungsträgern und Behörden erwartet, dieses Instrument im Rahmen der anstehenden Novelle des Natur- und Jagdrechts rechtssicher zu verankern, um ein konflikt- und lebensraumorientiertes, wildbiologisch begründetes Wolfsmanagement zu ermöglichen. Dafür sollte es eine Erfolgsgeschichte werden.

Für Fragen steht Ihnen bis zum Abschluss des Satzungsprozesses sowie der Wahl des Sprechers der Hegegemeinschaft der Jagdverband Rügen und Hiddensee gern zur Verfügung.

*Hinweis: Eine Anerkennung nach dem Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz (UmwRG) besteht für den Jagdverband Rügen und Hiddensee e. V. derzeit nicht; diese wird vorbereitet und anschließend für die Region Rügen und Hiddensee beantragt.