Raubwildprojekt des Friedrich-Loeffler-Instituts auf der Insel Rügen und Hiddensee – Bisherige Ergebnisse und wie soll es weiter gehen?


Das seit November 2023 laufende „Raubwildprojekt“ auf den Inseln Rügen und Hiddensee ist bislang sehr erfolgreich verlaufen.

Dank der großen Unterstützung durch die Jägerschaft konnten bis zum Januar 2026 mehr als 1200 Tierkörper am Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems untersucht werden. Die überwiegend untersuchte Tierart war dabei der Fuchs, aber auch beim Marderhund konnte eine beachtliche Anzahl erreicht werden (Tabelle).  

Tabelle: Tierzahlen des Raubwildprojekts (Stand 26.01.2026)

In dem Projekt geht es vor allem um den Fuchsbandwurm, aber auch um eine Vielzahl von Erregern, die vom Raubwild auf den Menschen übertragbar sind (z.B. auch um das Virus der Vogelgrippe).

Bei den Untersuchungen zum Fuchsbandwurm zeigte sich eine etwa 30%-ige Vorkommenshäufigkeit bei Füchsen. Marderhunde waren mit etwa 5% deutlich seltener infiziert. Innerhalb der vielfältigen Landschaft Rügens besteht offenbar das höchste Infektionsrisiko auf oder in der Nähe von Ackerland, wie unsere vorläufigen statistischen Untersuchungen zeigten.

Die statistische Aussagekraft dieses Befunds würden wir hier am Friedrich-Loeffler-Institut gerne noch weiter erhärten. Daher bitten wir die Jägerschaft Rügens und Hiddensees in den verbliebenen Monaten des Projekts, dessen Finanzierung leider am 31.10.2026 ausläuft, um das Ablegen möglichst vieler Füchse an den Truhenstandorten des Projekts. Andere Tierarten sind aufgrund des geringen bzw. fehlenden Nachweises des Fuchsbandwurms nicht mehr notwendig und werden daher auch nicht mehr untersucht.   

Wir als Projektteam des Friedrich-Loeffler-Instituts bedanken uns ganz ausdrücklich beim Jagdverband Rügen und Hiddensee e.V. sowie bei den Jägern der Inseln Rügen und Hiddensee für die nunmehr fast dreijährige Unterstützung. Wir arbeiten mit dem Jagdverband Rügen-Hiddensee derzeit intensiv daran, durch eine Neuausrichtung der Forschung das Netzwerk und die Zusammenarbeit mit der Jägerschaft Rügens und Hiddensees zu verlängern. Ein mögliches Thema ist dabei eine aktive Überwachung des Eintrags von Vogelgrippeviren über Wildvögel. 

Ansprechpartner:

  • Zu wissenschaftlichen Fragen und zum Projekt:
    Dr. Gereon Schares, Friedrich-Loeffler-Institut, Institut für Epidemiologie, Südufer 10, 17493 Greifswald-Insel Riems, E-Mail: gereon.schares@fli.de
  • Zu jagdlichen Fragen:

Thomas Nießen, Vorsitzender Jagdverband Rügen & Hiddensee e.V., E-Mail: info@jagdverband-ruegen.de

Abb.: Nachweis des Fuchsbandwurms in Füchsen und Marderhunden auf den Inseln Rügen und Hiddensee