In einem knapp vierstündigen, fachlich fundierten und konstruktiven Austausch trafen der Vorsitzende des Jagdverbandes Rügen & Hiddensee e.V. Herr Thomas Nießen mit dem Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Till Backhaus, sowie den Referatsleitern Dr. Hellmund (Wolf) und Rackwitz (Jagd) zusammen.
Im Mittelpunkt des Gesprächs standen aktuelle Herausforderungen und Zukunftsperspektiven des Wildtiermanagements auf Rügen und Hiddensee. Intensiv erörtert wurden unter anderem die Wolfspopulation und -dynamik auf den Inseln und entlang der Küstenregion, der Erhalt geschützter Grünlandflächen sowie die Beweidung von Deichen. Weitere Themen waren die Einrichtung einer Hegegemeinschaft Wolf, die Erarbeitung einer Lebensraum- und Konfliktpotenzialanalyse für Wolf und Rotwild unter Berücksichtigung landschaftsgebundener menschlicher Nutzungen sowie die Notwendigkeit eines wissenschaftlich fundierten Wildtiermonitorings.
Darüber hinaus wurde die zunehmende Beeinträchtigung von Wander- und Ausbreitungskorridoren durch menschliche Aktivitäten thematisiert. Diskutiert wurden ebenso Ansätze einer wildtierökologischen Raumplanung, die Ausweisung von Wildruhezonen sowie die Auswirkungen verlängerter Schonzeiten auf das Wildtiermanagement.
Der Jagdverband stellte außerdem seine laufenden Projekte vor und sprach über Möglichkeiten, den regionalen Fertigkeitszuwachs im jagdlichen Schießen weiter auszubauen. Ein weiterer Schwerpunkt war die Unterstützung wissenschaftlicher Forschung zu Tierseuchen und Wildtierkrankheiten durch die Jägerschaft der Inseln.
Zum Abschluss des Gesprächs sprach der Vorsitzende des Jagdverbandes die Einladung zum 2. Rotwild-Symposium im Frühjahr 2027 aus. Inhaltliche Schwerpunkte der Veranstaltung werden die Vorstellung der Wildökologischen Raumkonzeption (WÖRK) für Rügen, die Auswirkungen regionaler und kommunaler Planungen auf Wildtiere sowie die Bedeutung von Grünlandflächen als Geburts- und Aufzuchträume für Rehwild sein. Ziel des Symposiums ist es, Wissenschaft, Verwaltung, Landnutzer und Jägerschaft erneut in einen fachübergreifenden Dialog über eine zukunftsorientierte Wildtier- und Lebensraumentwicklung zu bringen.
