Beim einheimischen Rotfuchs mit Winterfell kann es bei milden Temperaturen, wie sie in den vergangenen Jahren häufiger aufgetreten sind, zu Überhitzung kommen. Sein winterliches Fell besitzt eine hervorragende Isolationswirkung und ist darauf ausgelegt, ihn selbst bei extremer Witterung zu wärmen und zu schützen.
Das typisch ausgeprägte Winterfell besteht aus dichter Unterwolle und längeren Deckhaaren. Dadurch wird viel Luft zwischen den einzelnen Haaren eingeschlossen, was eine optimale Isolierung gegen Kälte ermöglicht. Zu milde Temperaturen führen hingegen zu einem Hitzestau, da der Fuchs überschüssige Wärme nicht effizient genug abgeben kann.
Um eine Überhitzung zu vermeiden, muss der Fuchs seinen Stoffwechsel anpassen oder sich weniger bewegen, was seinen Energiehaushalt beeinflusst.
Der natürliche Rhythmus des Fellwechsels wird – wie bei allen Wildtieren – hauptsächlich durch die Tageslänge (Photoperiode) gesteuert und durch den Temperaturverlauf begleitet. Milde Winter können den Zeitpunkt des Fellwechsels beeinflussen, sodass das Winterfell möglicherweise länger als nötig getragen wird oder sich der Wechsel zum Sommerfell verzögert.
Bei zu milden Temperaturen mit vollem Winterfell versuchen Füchse, Schatten aufzusuchen oder weniger aktiv zu sein, um ihre Körpertemperatur zu regulieren.
Langfristig führen die milden Winter der vergangenen Jahre und die damit verbundene thermische Belastung zu Stress, was zur Folge hat, dass die allgemeine Kondition sowie die Anfälligkeit gegenüber Krankheiten beeinträchtigt werden.
Füchse sind zwar sehr anpassungsfähig, doch schnelle oder extreme Temperaturschwankungen, wie sie infolge des Klimawandels in den letzten Jahren häufiger auftreten, stellen eine zunehmende Herausforderung für ihre natürlichen Anpassungsmechanismen dar.
Vorsitzender des Jagdverbandes Rügen und Hiddensee
Thomas Niessen
