Die Jägerschaft der Inseln Rügen und Hiddensee begleitet das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) sowie das Helmholtz-Institut im dritten Jahr bei der Erforschung von Wildtierkrankheiten beim Schalenwild, darunter Rot- und Damwild, Schwarzwild, Rehwild und Muffelwild.

Als im Jagdverband Rügen und Hiddensee organisierte Gemeinschaft bildet die Jägerschaft eine zentrale Säule der zukunftsorientierten wissenschaftlichen Tierseuchenforschung. Die gewonnenen Erkenntnisse schaffen wichtige Voraussetzungen, um wirksamere Strategien im Umgang mit Tierseuchen zu entwickeln – zum Vorteil sowohl der Wildtiere als auch der Gesellschaft.
Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat Alois Rainer betonte jüngst die Bedeutung dieser Arbeit:
„Die Forschung am FLI ist national wie international hochgeschätzt und von unersetzbarem Wert.“

Dank der Unterstützung der Jägerschaft konnten inzwischen mehrere tausend Proben bereitgestellt werden. Diese ermöglichen eine vertiefte Untersuchung verschiedener Erkrankungen, darunter u. a. Blauzungenkrankheit, Afrikanische Schweinepest (ASP), Wild- und Rinderseuchen sowie Geflügelinfluenza.
Die zentrale Versorgung und Erfassung des Wildes, wie bereits in den Vorjahren, gewährleistet eine hohe Wildbrethygiene und optimale Voraussetzungen für die Beprobung. Zugleich wird verhindert, dass Jagdhunde mit entnommenen Organen in Kontakt geraten und sich beispielsweise mit der für Hunde stets tödlich verlaufenden Aujeszkyschen Krankheit infizieren könnten (siehe hier).
Zum Abschluss der Jagdsaison dankte das FLI der beteiligten Jägerschaft ausdrücklich für die verlässliche Zusammenarbeit, den kontinuierlichen fachlichen Austausch und die seit Jahren einzigartige Unterstützung.
Beprobtes Schalenwild der letzten beiden Jagdsaisons
2023/24 – insgesamt 312 Stück (davon 217 auf Rügen und dem Darß):
- 105 × Damwild
- 11 × Muffelwild
- 57 × Rehwild
- 23 × Rotwild
- 21 × Schwarzwild
2024/25 – insgesamt 371 Stück (davon 228 auf Rügen und dem Darß):
- 100 × Damwild
- 8 × Muffelwild
- 23 × Rehwild
- 23 × Rotwild
- 74 × Schwarzwild
Untersuchte Erreger
Schalenwild:
Blauzungenvirus, Schmallenberg-Virus, Influenzaviren, Pestiviren, Herpesviren und Coronaviren.
Raubwild:
Canines Staupevirus, Influenzaviren, Coronaviren, Herpesviren und Pestiviren.
Das Helmholtz-Institut untersucht darüber hinaus bakterielle Erreger, insbesondere antibiotikaresistente Keime wie Escherichia coli.
