Die ersten Einsätze 2026 der Jungtierretter haben auf Rügen begonnen, um Bodenbrüter und Jungtiere vor Konflikten im Zuge der Mahd zu sichern und zu schützen.
Der Frühling naht und mit ihm die erste Mahd des Jahres. Seit Jahren sind Rettungsteams des Jagdverbandes Rügen und Hiddensee ehrenamtliche im Einsatz.
Um die einzelnen Einsätze für die ehrenamtlich tätigen Teams optimal mit- und untereinander koordinieren zu können, ist die Einsatzanmeldung des Jagdverbandes zu nutzen.
Einsatzanmeldung Jungtierrettung
Die erleichtert die Abstimmung untereinander und mit den Landwirten, bittet den Bewirtschaftern Sicherheit und Gewissheit dass die zu mähende Flächen vor der Mahd profezionell abgesucht sucht, Jungtiere gesichert werden und damit dass gesetzliche Bestimmungen und Vorgaben erfüllt werden. Mit Abschluss des Einsatzes erhält der Landwirt eine Bestätigung über den erfolgten Einsatz zur Dokumentation seiner Bemühungen im Sinne des Tierschutzes.
Warum Jungwildrettung?
Der natürliche Schutzinstinkt der Wildtiere wird zur Falle: Junge Wildtiere besitzen keinen Fluchtinstinkt und vertrauen auf ihre natürliche Tarnung. Bei Gefahr (wie herannahenden Maschinen) ducken sie sich instinktiv flach ins hohe Gras und verharren regungslos.



Die Brut- und Setzzeit des Wildes (besonders im Mai und Juni) fällt auf den Zeitpunkt der ersten Mahd der Wiesen.
Wie läuft der Einsatz ab?
Die Einsätze erfolgen in den sehr frühen und kühlen Morgenstunden vor der Mahd, durch ehrenamtliche Teams aus Jägern, Landwirten und Helfern.
Die zu mähenden Flächen werden mittels Drohnen mit Wärmebildkameras systematisch abgefolgen, um Wärmesignaturen von Wildtieren und Gelegen zu finden.
Gefundene Jungtier wie Kitze und Kälber vom Rot- und Damwild werden mit Handschuhen und unter Verwendung von Gras/Laub behutsam aus den Flächen getragen und in bereitgestellten Kisten oder Körben am Feldrand gesichert. Nester von Bodenbrütern und Junghasen werden optisch markiert und die Landwirte lassen diese Bereich ungemäht um den Bruterfolgt zu sichern bzw. die Junghasen zu schützen.
Mit Abschluss der Mahd werden gesicherte Jungtiere wieder in die Freiheit entlassen, wo sie von ihren Muttertieren wieder abgeholt werden.
Nach Auswertung aller Daten investiert jedes Team der Jungtierretter in einer Saison durchschnittlich 271 Stunden (DJV) in ehrenamtliche Tierschutzarbeit. Allein im Monat Mai/Juni waren es 118 Stunden, also drei volle Arbeitswochen. Pro Team des Jagdverbandes Rügen und Hiddensee waren im Schnitt ein Drohnenpilot und vier Helfer in ihrer Freizeit aktiv – 60 Prozent davon waren Jäger, 30 Prozent Landwirte und 10 Prozent Landjugend, Schüler u.a..
Nach Aussage des DJV überflog in der Hochphase der Grünlandmahd jedes Jungwild-Rettungsteam durchschnittlich 4,5 Quadratkilometer mit der Drohne, insgesamt über 11 Quadratkilometer in einer Saison.
Der Schwerpunkt der abgesuchten Flächen liegt beimklassischem Grünland mit Gräsern und Kräutern (90 Prozent), Ackerfutterflächen mit Gras- und Kleemischungen (9 Prozent) sowie Flächen mit Getreide für Silage (6 Prozent).




