„Rehwildmonitoring“ des Jagdverbandes Rügen & Hiddensee e.V. hat begonnen


Im Jahr 2026 konnten 122 Rehkitze, 7 Damkälber und 2 Muffellämmer erfasst werden, davon wurden 67 Rehkitze, 7 Damkälber und 1 Muffellamm mittels Ohrmarken durch geschulte Jäger und Unterstützer, mit Schwerpunkt im nordwestlichen und südlichen Teil der Insel Rügen, markiert.

Dies ist ein Erfolg und verdeutlicht, dass für die Jägerschaft der Inseln das Wildtiermonitoring das Fundament eines nachhaltigen und wissensbasierten Jagdmanagements ist, da Verkehrsunfälle, natürliche Sterblichkeit, Wildtierkrankheiten, Prädatoren u.a. auf Populationen einwirken.

Erreicht wurde dies nur durch ehrenamtliches Engagement der Jägerschaften und ohne finanzielle Unterstützung, z.B. durch öffentliche Mittel oder den LJV MV.

Bedauerlich ist, dass aufgrund von Lieferschwierigkeiten die Ohrmarken nicht mit Beginn der Saison zur Verfügung standen.

Ziel des Projektes Rehwildmarkierung ist es, Langzeitdaten zur Ökologie des Rehwildes und begleitend für Dam-, Rot- und Muffelwild der Inseln zu gewinnen.

In den ersten zwei bis drei Lebenswochen bleiben Rehkitze und Kälber bei Gefahr ruhig am Boden liegen und vertrauen auf ihre natürliche Tarnung. In dieser Zeit werden sie z.B. beim Absuchen von Wiesen vor der Mahd gefunden und mit einer Ohrmarke gekennzeichnet, wenn die örtlichen Jägerschaften dies unterstützen und möchten.

Die Markierungsdaten geben Hinweise auf Setzzeiten und das Geschlechterverhältnis, die Nutzung bestimmter Grünlandtypen und deren langfristige Entwicklung.

Über die Rückmeldung markierter Tiere können Daten zu Altersaufbau, Abwanderung, Todesursachen und Bejagung gewonnen werden, die die Grundlage für die nachhaltige Nutzung des Wildes darstellen.

Wir bitten alle um Unterstützung: Melden Sie mit Ohrmarken markierte Wildtiere mittels E-Mail an info@jagdverband-ruegen.de oder über die Webseite des Verbandes.

Ohne eine umfängliche statistische Auswertung der aktuellen Daten vorgenommen zu haben, lässt sich festhalten, dass 53 % männlich und 47 % weiblich sind.

Innerhalb von 2 Wochen nach der Markierung sind mindestens 1 % der Jungtiere Opfer eines Verkehrsunfalls geworden.

Im Zuge der Jungtierrettung wurden einzelne markierte, aber ältere Kitze (≥ 3 Wochen) mehrfach gefunden, da diese von ihren Müttern innerhalb eines Tages bis zu 500 m vom Markierungspunkt auf angrenzende Wiesen geführt wurden.

Dokumentiert wurde auch, dass vor der Mahd gesicherte und markierte Kitze (≤ 2 Wochen) durch die Ricken mit Beendigung der Mahd und dem Verbleiben eines ungemähten Wiesenrestes unmittelbar mit Ende der Mäharbeiten wieder an den ursprünglichen Ablagepunkt zurückgeführt wurden.

Ziele

Weitere Erkenntnisse zur Biologie des Rehwildes u.a. zu

  • Geschlechterverhältnis
  • Todesursachen
  • Altersaufbau der Populationen
  • Lebensdauer
  • Abwanderungsentfernungen
  • Wanderrichtungen

Farbschema der Markierung

JahrMarkenfarbeLauscher
2026rot rechts

Projektdauer

langfristig

Projektleitung

Jagdverband Rügen und Hiddensee e.V.

Thomas Nießen